Mangelware Muttermilch?

SPD Landtagsabgeordnete Glosemeyer trifft sich mit dem Runden Tisch zur Stillförderung in Deutschland

Hannover: „Gibt es Probleme bei der Versorgung mit Muttermilch?“ Dies war die Fragestellung in einer Anfrage der SPD (Drucksache 17/2125) an den Landtag Niedersachsen vom 26.September 2014. Nun traf sich die SPD-Landtagsabgeordnete Immacolata Glosemeyer mit dem „Runden Tisch zur Stillförderung“, um eine Einschätzung von Expertinnen und Experten zu bekommen.

Im Gespräch mit der Politikerin wurde deutlich, dass die Nachfrage nach Spenderinnenmilch über das Internet und die Gründung einer online Muttermilchbörse nur Symptome der mangelnden Stillförderung in der deutschen Gesundheitspolitik sind.

Immacolata Glosemeyer erfuhr des Weiteren, dass im Oktober 2014 Stillen als eine von 12 Empfehlungen in den europäischen Kodex zur Krebsprävention aufgenommen wurde. Grund dafür ist die Risikoreduktion von Brust- und Eierstockkrebs bei Müttern, die gestillt haben.

Frau Glosemeyer ist sehr dankbar für die Informationen, die sie bei diesem Treffen von Fachfrauen erhalten hat. Sie wird sie in ihre weiteren Überlegungen mit einbeziehen, um eine politische Forderung daraus zu erarbeiten. Darin soll, über das Thema der Muttermilchsammelstellen hinaus, ein Schwerpunkt auf Information und Aufklärung über das Präventionspotential des Stillens gesetzt werden. Dieses bleibt aktuell durch mangelnde Stillförderung in Deutschland für viele Mütter und ihre Kinder leider ungenutzt.

„Würden die Forderungen der Stillfachverbände nach Wertschätzung qualifizierter Stillberatung über die gesetzlich verankerte Hebammenbetreuung hinaus auch in finanzieller Hinsicht, sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich, erfüllt“, so Elke Cramer, 1. Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC , „so könnte die empörte Diskussion über Risiken des Muttermilchaustausches einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Stillförderung weichen“.

Die Akzeptanz des Stillens in der Öffentlichkeit ist dabei ein ebenso wichtiger Punkt wie die Anerkennung der Risikominderung von kindlichem Übergewicht und Diabetes durch Stillförderung.

Hierfür wurde am 28.Februar in Hannover von Stillfachverbänden und einer interessierten und engagierten SPD Landtagsabgeordneten im sachlichen Austausch ein erster Schritt in die richtige Richtung getan.

Mit der Erkenntnis, dass Stillen nicht nur im Hinblick auf die kindliche, sondern auch auf die mütterliche Gesundheit ein bedeutsames Präventionspotential bietet, verabschiedete sich die Politikerin nach zwei Stunden mit den Worten „Jetzt ist die Sache rund!“.

Zweimal pro Jahr treffen sich VertreterInnen der insgesamt 16 Organisationen und Verbände des „Runden Tisches zur Stillförderung in Deutschland“, um über Themen rund um die Stillförderung zu diskutieren. Dieses Treffen nahm Elke Cramer, 1. Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC, zum Anlass, die jugendpolitische Sprecherin der SPD zum Informationsaustausch einzuladen.

 


 

Ähnliche Anfrage auch im niedersächsischen Landtag, gestellt vom Landtagsabgeordneten Uwe Schwarz. Die Anfrage und die Antwort von AFS-Mitglied Christiane Bergmann findet sich hier.

 


 

Die AFS ist Mitglieddes Runden Tisches zur Stillförderung in Deutschland, der am 6.11.1999 während der 6. Jahrestagung des AKF "Brust 2000" gegründet wurde und sich zweimal jährlich trifft.

 

 

Stillberatung

deutschlandkarte Schatten

Hotline

Bei Fragen und Problemen rund ums Stillen:

0228 / 92 95 9999*

*zum Ortstarif
mobil max. 0,42 € / Minute