Geschenkpäckchen von Krankenhäusern


Eine Satire

Auf der Herzstation und der Station für Atemwegserkrankungen sollen demnächst Starkes-Herz- und Lungenwohl-Geschenkpäckchen verteilt werden. Die hübschen roten Täschchen tragen die Aufschrift M---boro und enthalten Nik-tin-Kaugummi, der Rauchern dabei helfen soll, mit dem Rauchen aufzuhören, kostenlose Zigarettenproben, Broschüren von Phi--p M--ris über Möglichkeiten, sich das Rauchen abzugewöhnen, Gutscheine für Speck, Zigaretten und Fast Food sowie eine Mitgliedskarte der Raucherclubs "Starkes Herz". Wenn Patienten, die einen Herzinfarkt hinter sich haben, dem Club beitreten, bekommen sie einen monatlichen Newsletter mit Geschichten und Artikeln darüber, wie man mit dem Rauchen aufhören kann, wie man ein gesünderes Leben führt und sich mehr bewegt – sowie Gutscheine über vergünstigte und kostenlose Tabakprodukte.

Ursprünglich sollten nur diejenigen, die beschlossen hatten, dass sie – aus welchem Grund auch immer – weiterhin rauchen wollten, das Geschenkpäckchen bekommen. Doch dann überlegte man sich, dass diejenigen, die mit dem Rauchen aufhören wollten, enttäuscht sein könnten, wenn sie das Päckchen nicht bekämen. Daher entschied man sich, allen Patienten die Geschenkpäckchen zu überreichen. Wenn Patienten die Warenmuster nicht möchten, können sie sie ja wegwerfen oder mittellosen Rauchern spenden und das Täschchen zur Aufbewahrung ihrer Medikamente und Sauerstoffschläuche verwenden.

Das Krankenhauspersonal ist angewiesen, neutrale, ausgewogene Informationen über die Vor- und Nachteile des Einatmens sauberer Luft im Vergleich zum Rauchen zu verbreiten. Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens sagt: "Wir sind für das Einatmen sauberer Luft, aber Nichtrauchen ist schwer, und nicht jeder kann oder will es, und ich möchte niemandem ein schlechtes Gewissen einreden, nur weil er raucht." Ein anderer sagt: "Ich weiß nicht, wie ich Patienten dabei helfen kann, mit dem Rauchen aufzuhören. Außerdem rauche ich auch, und es geht mir gut."

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Herz- oder Lungenpatienten rauchen:

"Rauchen ist bequem."
"Wenn ich in die Kneipe gehe, könnte es mir peinlich sein, nicht zu rauchen."
"Mein Vater und meine Brüder haben es nicht geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören, deshalb schaffe ich es bestimmt auch nicht."
"Das letzte Mal, als ich versucht habe, mit dem Rauchen aufzuhören, habe ich mich so unwohl gefühlt, dass ich nach drei Tagen wieder angefangen habe."
"Ich will nur sechs Wochen lang Nichtraucher sein, solange ich krankgeschrieben bin und mich erhole. Wenn ich wieder zur Arbeit gehe, werde ich auch wieder rauchen."
"Ich habe vor, das Rauchen und das Einatmen sauberer Luft miteinander zu verbinden."
"Wenn Rauchen so gefährlich wäre, hätte man mir nicht diese Warenmuster mit nach Hause gegeben."
"Der Arzt hat gesagt, in meiner Luft seien zu viele Schadstoffe, also sollte ich lieber rauchen."

Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen und gern ein kostenloses Geschenkpäckchen erhalten möchten, unterschreiben Sie bitte unten oder besuchen Sie unsere Webseite www.interessenskonflikt.de.

 

Tess Parriott RN, IBCLC
A Satire On "Gift" Bags from Hospitals
http://www.geocities.com/heartlandalliance/satire.html

Übersetzung: Cordula Kolarik

 

aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. 2/2004, S. 13

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