Europäischer Aktionsplan zum Stillen in Stichworten

Am 18. Juni 2004 wurde der Europäische Aktionsplan zu Schutz, Förderung und Unterstützung des Stillens in Dublin verabschiedet.

Zielsetzung

  • Schutz, Förderung und Unterstützung des Stillens in ganz EuropaVerbesserung der Stillpraktiken und der Stillzahlen (Beginn, ausschließliches Stillen, Stilldauer)
  • Eine überzeugende und zufrieden stellende Stillerfahrung für viele Eltern, die dadurch in ihrem Selbstvertrauen bestärkt werden
  • Verbesserte Qualifikation des Gesundheitspersonals, das dadurch höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz erfährt

     

  • Erhöhung der Stillraten in den einzelnen Ländern

  • Senkung der Mehrkosten im nationalen Gesundheitswesen

  • Umsetzung der Globalen Strategie der WHO zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern

  • Soll als Modell für nationale oder regionale Pläne zur Stillförderung dienen

  • Erfolg der Maßnahmen soll anhand von bestimmten Parametern überprüft werden

In folgenden sechs Bereichen soll der Aktionsplan greifen

Leitlinien und Planung

  • Erarbeiten einer nationalen Leitlinie anhand der Globalen Strategie zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern

  • Aufforderung an Berufsverbände zur Erarbeitung von Empfehlungen und Leitlinien

  • Aufforderung an Ministerien und Gesundheitsbehörden, lang- und kurzfristige Pläne auszuarbeiten (incl. Personalplanung und Bereitstellung der finanziellen Mittel)

Information, Ausbildung und Kommunikation

  • Anspruch der Eltern auf vollständige, korrekte und optimale Information zur Säuglingsernährung (incl. sichere, altersgerechte und angemessene Einführung von Beikost). Damit können Eltern eine informierte Entscheidung treffen.

  • Persönliche und direkte Einzelberatung durch Gesundheitspersonal, Laienberaterinnen und Mutter-zu-Mutter-Selbsthilfegruppen muss gewährleistet sein.

  • Aktives Zugehen auf Frauen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass sie stillen werden, am geringsten ist.

  • Verhinderung des Verteilens von Werbematerial für Säuglingsnahrung.

Schulung

  • Aus- und Fortbildung des Personals in allen Gesundheitsbereichen

  • Überarbeitung und Weiterentwicklung der Lehrpläne und Fachbücher zum Stillen und Stillmanagement

  • Keinerlei Einfluss der Hersteller und Vertreiber von Produkten, die unter den Internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten fallen, auf Schulungsmaterial sowie auf Aus- und Weiterbildung

Schutz, Förderung und Unterstützung

  • Vollständige Umsetzung des Internationalen Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten, einschließlich Überwachung

  • Mutterschutzgesetze, die es berufstätigen Müttern ermöglichen, sechs Monate ausschließlich zu stillen

  • Stillen soll auf allen Ebenen von Gesundheits- und Sozialdiensten als Norm empfunden werden

  • Entbindungseinrichtungen sollen Standards für bestmögliche Stillpraxis einführen (BFHI)

  • Frauen sollen auf individueller Ebene die Möglichkeit haben, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die das Stillen unterstützen (qualifiziertes Fachpersonal, Laienberaterinnen und Mutter-zu-Mutter-Selbsthilfegruppen)

  • Das Recht der Frauen, zu jeder Zeit und an jedem Ort zu stillen, wenn es erforderlich ist, muss geschützt werden

Monitoring

  • In Europa gibt es derzeit noch keine einheitliche Terminologie bezüglich Stillbeginn, ausschließlichem Stillen und Stilldauer

  • Monitoring ist unverzichtbarer Bestandteil von nationalen Aktionsplänen

  • Standardisierte Beurteilungskriterien sollen verwandt werden.

Forschung

  • Analyse von Auswirkungen von Vermarktungsstrategien, Mutterschutzgesetzen und Ausbildung auf das öffentliche Gesundheitswesen

  • Standardisierte Studien sind notwendig

  • Ethikrichtlinien sollen sicherstellen, dass jegliche konkurrierende oder wirtschaftliche Interessen ausgeschlossen sind

  • Offenlegung von und der Umgang mit möglichen Interessenskonflikten der Forscher sind überaus wichtig

Zusammenfassung: Eva Weber, Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS)

Der vollständige deutsche Text (38 Seiten) steht unter http://www.stillen.org/docs/blueprint-de.pdf

Stillberatung

deutschlandkarte Schatten

Hotline

Bei Fragen und Problemen rund ums Stillen:

0228 / 92 95 9999*

*zum Ortstarif
mobil max. 0,42 € / Minute

Terminkalender

Sa Jan 28, 2017 @11:00 - 14:30
A7 Wege der Stillförderung in der AFS (Deggendorf)
So Jan 29, 2017 @09:30 - 17:00
A2 und A3 Gesprächsführung und Telefonberatung (Deggendorf)
Fr Feb 10, 2017 @18:00 -
Gesamtvorstandssitzung (Köln)
So Feb 12, 2017 @09:30 - 17:00
A1 Eigene Stillgeschichte (München)
Sa Feb 25, 2017 @09:00 - 18:00
Stillfortbildungstag Füssen