Empfehlungen zur Stilldauer

Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Weltweit gilt die Empfehlung, dass Säuglinge zur Erzielung ihres optimalen Wachstums sowie ihrer optimalen Entwicklung und Gesundheit während der ersten 6 Lebensmonate voll (d.h. ausschließlich) gestillt werden sollten. Anschließend sind sie zur Deckung ihres sich weiterentwickelnden Nährstoffbedarfs mit ernährungsphysiologisch angemessener und sicherer Nahrung zusätzlich zur Muttermilch zu ernähren, und zwar bis zum Alter von 2 Jahren oder darüber hinaus.
nach: WHO and UNICEF: Global Strategy for Infant and Young Child Feeding, 2003

Amerikanische Kinderärztevereinigung (American Academy of Pediatrics)
Das ausschließliche Stillen bietet die ideale Ernährung und ist ausreichend für optimales Wachstum und optimale Entwicklung in etwa den ersten 6 Monaten nach der Geburt. Es wird empfohlen, das Stillen bis zum Ende des ersten Lebensjahres fortzusetzen und danach so lange zu stillen, wie es von beiden Seiten gewünscht wird.
nach: AAP: Recommendations on Breastfeeding for Healthy Term Infants, revidierte Fassung vom Februar 2005

Amerikanische Allgemeinärztevereinigung (American Academy of Family Physicians)
Die AAFP empfiehlt, dass alle Babys, mit ganz wenigen Ausnahmen, während der ersten 6 Monate ausschließlich gestillt und/oder anderweitig mit Muttermilch ernährt werden. Im zweiten Halbjahr des ersten Lebensjahres sollte das Stillen fortgesetzt und durch Beikost ergänzt werden. Das Stillen nach dem ersten Lebensjahr bietet einen beträchtlichen Nutzen für Mutter und Kind und sollte so lange fortgesetzt werden, wie von beiden Seiten gewünscht.
Stillen nach der Säuglingszeit: Idealerweise sollte das Stillen nach der Säuglingszeit fortgesetzt werden, was aber nicht der gängigen kulturellen Norm entspricht und daher laufende Unterstützung und Ermutigung erfordert. Das Stillen während einer nachfolgenden Schwangerschaft ist nicht ungewöhnlich. Wenn die Schwangerschaft normal verläuft und die Mutter gesund ist, liegt es im Ermessen der Mutter, ob sie während der Schwangerschaft weiter stillen möchte. Ist das Kind jünger als zwei Jahre, besteht durch Abstillen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Das Stillen des älteren Stillkindes nach der Geburt des nächsten Kindes (Tandemstillen) kann dazu beitragen, dem älteren Kind die Umstellung zu erleichtern.
nach: AAFP: Policy Statement on Breastfeeding, Stand 2001

Amerikanische Gynäkologenvereinigung (American College of Obstetricians and Gynecologists)
Die ACOG empfiehlt, voll (d.h. ausschließlich) zu stillen, bis der Säugling etwa 6 Monate alt ist. Längeres Stillen ist selbstverständlich von Vorteil. Ziel der Ärzteschaft ist es, so vielen Frauen wie möglich das Stillen zu ermöglichen bzw. sie dazu zu ermuntern, und zwar für einen möglichst langen Zeitraum.
nach: ACOG: Breastfeeding: Maternal and Infant Aspects, Bulletin Nr. 258, 2000, in der bei Dettwyler zitierten Fassung, da dieses Dokument nicht öffentlich zugänglich ist

Nationale Stillkommission der Bundesregierung (NSK)
Die Nationale Stillkommission gibt für Deutschland die folgenden Empfehlungen zur Stilldauer.
Sie hat dabei die Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die 2000 eine Expertengruppe zur wissenschaftlichen Ableitung der optimalen Dauer des ausschließlichen Stillens eingesetzt hatte (WHO, 2001), und der 54. Weltgesundheitsversammlung (WHA) (2001) berücksichtigt. Der Ernährungsplan für das erste Lebensjahr des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund (Kersting, 2001) wird nach wie vor ausdrücklich unterstützt.
Dauer des ausschließlichen Stillens:
Muttermilch ist die beste Nahrung für nahezu alle Säuglinge. Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten ist für die Mehrzahl der Säuglinge die ausreichende Ernährung. [...]
Abstillen:
Die Stillkommission betont, dass Beikosteinführung nicht mit Abstillen gleichzusetzen ist. Der endgültige Zeitpunkt des Abstillens ist eine individuelle Entscheidung, die gemeinsam von Mutter und Kind getroffen wird. [...] Die Stillkommission gibt keine ausdrückliche Empfehlung, wann endgültig abgestillt werden sollte, weil sich für Deutschland hierzu keine wissenschaftlich begründete Basis finden lässt.
zitiert aus: Empfehlungen zur Stilldauer - Stellungnahme der Nationalen Stillkommission am BfR vom 1. März 2004

 aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. 2/2005, S. 16-17

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