2. Schritt 1: Stillempfehlungen aus Hamburg und Bremen

Die Hansestädte Hamburg und Bremen haben Still-Empfehlungen jeweils für die ganze Stadt herausgebracht. Sie sind dabei verschiedene Wege gegangen und haben unterschiedliche Aspekte in den Blick genommen, so dass sie sich gut ergänzen.

In Hamburg hat die „Zielpatenschaft Stillen“, die von der „Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)“ koordiniert wird, in Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen spezifische Vorgehensweisen für spezifische Stillfragen erarbeitet, und zwar zu den Themen Stilldauer, Gewichtsentwicklung, zu wenig Milch, wunde Brustwarzen, Milcheinschuss, Milchstau, Brustentzündung, Neugeborenengelbsucht und Zufüttertechniken. Auf die Therapieempfehlungen im Sinne von Qualitätsstandards sollen alle Berufsgruppen im klinischen und ambulanten Bereich zurückgreifen können, damit die Mütter überall in gleicher Weise nach aktuellem Wissen beraten werden. Die Broschüre ist 2009 erschienen. Sie kann heruntergeladen werden unter www.hag-gesundheit.de.

In Bremen hat die Gesundheitssenatorin einen interdisziplinären Runden Tisch einberufen, zu dem neben den einschlägigen Berufsverbänden und Ämtern auch Stillgruppen, VertreterInnen aus Kliniken und Krankenkassen eingeladen waren. Der Runde Tisch hat das gesellschaftlichen Umfeld, in dem Stillen stattfindet, und strukturelle Fragen des Gesundheitswesens in den Blick genommen. Herausgekommen sind „Bremer Empfehlungen zur Stillförderung“.

Vorangestellt ist eine Präambel mit allgemeinen Empfehlungen (u.a. stillende Frauen ausdrücklich zu ermutigen, am öffentlichen Leben teilzunehmen und im öffentlichen Raum die Grundbedürfnisse ihrer Säuglinge zu stillen; sich in allen Lebensbereichen zum Schutz des Stillens gegenüber wirtschaftlichen Interessen einzusetzen). Es folgen Empfehlungen zu einzelnen Lebensphasen:

    • Schwangerschaft: u.a. Aufnahme des Themas Stillen in den Mutterpass; Kontakt zu Stillgruppen anstreben; nur Infomaterial verwenden das ohne wirtschaftliche Interessen entstanden ist

    • Geburt und frühes Wochenbett: u.a. Familienzimmer unabhängig von Status und Einkommen ermöglichen; "Ziel: Zertifizierung aller Bremer Geburts- und Kinderkliniken im Sinne der Stillförderung. Die Anerkennung als "Babyfreundliches Krankenhaus"  kann ein möglicher Ansatz sein"

    • Spätes Wochenbett bis Ende der Stillzeit: u.a. einheitliche Beratung zur Beikosteinführung entsprechend der Empfehlung der WHO; bei Therapieplänen berücksichtigen, dass das Weiterstillen zu ermöglichen ist; Stillen bei Erwerbstätigkeit durch Information und Schaffung passender Rahmenbedingungen ermöglichen; in Kinderbetreuungseinrichtungen selbstverständlich Muttermilch füttern

    • Kinderbetreuungseinrichtungen und Schule: u.a. auf geeignete Bilderbücher, Puppen ohne Fläschchen und anderes geeignetes Spielmaterial achten; Stillen, Bindung und Entwicklungspsychologie als Querschnittsthema im Lehrplan verankern

    • Aus- Fort- und Weiterbildung aller Berufe, die mit Müttern und kleinen Kindern befasst sind: u.a. Verankerung der Themen Stillen und Bindung in Lehrplänen und Prüfungsordnungen; gemeinsame Fortbildungen und Austausch zwischen allen Berufsgruppen

    • Öffentlichkeitsarbeit: u.a. Stillen überall als die normale Säuglingsernährung benennen

Diese Empfehlungen werden anlässlich der WSW 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt und sind dann über mich als Datei erhältlich.

Utta Reich-Schottky
Medizinischer Beirat AFS und Gutachterin BFHI
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aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. Heft 3/2010, S. 8

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