Funny Milk - Geschmack und Farbe von Muttermilch

Auf der Website von Lactation Education Resources werden unter dem Titel "Funny Milk" verschiedene ungewöhnliche Geschmacksrichtungen und Färbungen von Muttermilch aufgeführt, über die stillende Mütter immer wieder berichten.

Bekannt ist vor allem die Knoblauchmilch – sie wird von Müttern produziert, die viel Knoblauch essen. Sie wirkt offensichtlich appetitanregend oder schmeckt einfach gut, denn einer Studie von J. A. Mannella und G. K. Beauchamp aus dem Jahre 1991 zufolge wurde sie von Säuglingen eifriger verzehrt als die normale Muttermilch ohne "Geschmackszusatz".

Nicht so lecker dagegen ist die Milch kurz nachdem die Mutter Sport getrieben hat. Die durch vermehrte Muskelaktivität produzierte Milchsäure gelangt auch in die Muttermilch und sorgt für weniger Trinkgenuss beim Nachwuchs.

Ebenfalls abschreckend wirkt Alkohol, der nach Konsum durch die Mutter in die Muttermilch gelangt. Dass stillende Mütter möglichst keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen sollten, da sie den Alkohol an ihre Stillkinder weitergeben können, ist aber auch ohne diesen geschmacksverderbenden Einfluss leicht einzusehen.

Nicht nur der Geschmack, auch die Farbe der Muttermilch lässt sich offensichtlich durch die mütterliche Ernährung beeinflussen. Große Mengen an Spinat und ähnlichem "Grünzeug" können die Milch grünlich färben, Rote Beete können sie leicht pink werden lassen, und Karotten können einen Gelbstich verursachen.

Eine andere Verfärbung ist unter dem Name "Rostige-Leitungen-Syndrom" ("rusty-pipe-syndrome") bekannt. Zu Beginn der Laktation kann das aus geplatzten Kapillargefäßen in der Brust austretende Blut der Milch einen rostbraunen Anschein verleihen.

In abgepumpter Milch lassen sich gelegentlich Klümpchen beobachten. Dabei handelt es sich um Fettansammlungen, die sich durch leichtes Schütteln wieder auflösen.

Manche Mütter stellen fest, dass abgepumpte Milch schon nach kurzer Lagerungsdauer "verdorben" riecht. Die genauen Ursachen hierfür sind nicht bekannt; als vorbeugende Maßnahme wird die Lagerung der Milch in geeigneten Behältern für wenige Tage und so kalt wie möglich empfohlen.


Quelle:
http://www.leron-line.com/updates/funny_milk.htm

Referenzen:
Lawrence, R. (1998). Breastfeeding a Guide for the Medical Profession. Third Edition. St Louis: Mosby.
Little, R., Anderson, K., Ervin, D., Worthington-Roberts, B., Sterling, C. Maternal alcohol use during breastfeeding and infant mental and motor development at one year. The New England Journal of Medicine, 321(7), 425-430.
Manella, J. A., Beauchamp, G. K. (1991). The transfer of alcohol to human milk. Effects on flavor and the infant’s behavior. The New England Journal of Medicine, 325(14), 981- 985.
Mannella, J. A. Beauchamp, G. K. (1991). Maternal diet alters the sensory qualities of human milk and the nursling’s behavior. Pediatrics, 88(4), 737-744.
Riorden, J., Auerbach, K. (1998). Breastfeeding and Human Lactation. Second Edition. Boston: Jones and Bartlett.

 

Dr. Ulrike Walter

 

aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. 3/2003, S. 25

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