Zwillinge
Auszug aus der AFS Grundlagenmappe

Zwillinge werden in der heutigen Zeit nicht mehr unerwartet geboren. Die Eltern können sich also auf die spezifischen Probleme einstellen, die auftauchen können.
Die Mütter sollten wissen, dass volles Stillen eines Zwillingspärchens durchaus möglich ist. Die beiden Brüste können ausreichend Milch bilden, um Zwillinge zu ernähren. Auch Drillinge können gestillt werden, manchmal sogar voll.

 

Mögliche Probleme

  • Oft Geburt mit Kaiserschnitt.
  • Die Babys werden zu früh geboren. Dadurch werden Mutter und Kinder oft nach der Geburt getrennt.
  • Die Säuglinge haben oft ein geringeres Gewicht, als wenn sie alleine wären.
  • Die Mutter braucht Hilfe zur Versorgung der beiden Säuglinge - alles braucht doppelt soviel Zeit.
  • Manchmal trinkt ein Kind besser als das andere.

Stillberatung
Vor der Geburt

  • Wichtig ist zunächst eine möglichst lange Schwangerschaft. Dafür sollte die Mutter sich praktische Hilfe und Rat holen, auch von anderen Zwillingseltern.
  • Empfehlung, sich schon vor der Geburt Hilfe für die ersten Wochen nach der Geburt zu suchen.
  • Betonung der Vorteile des Stillens, gerade für zu früh und zu klein geborene Kinder. Außerdem zusätzliche Nähe zu jedem Kind, gerade wenn die Mutter nur wenig Zeit hat.
  • Darauf hinweisen, dass die erste Zeit sowohl mit als auch ohne Stillen schwierig sein wird, bis sich alles eingespielt hat (damit nicht alle Probleme auf das Stillen zurückgeführt werden).
  • Empfehlung Broschüre "Stillen von Zwillinge"; hinweisen auf Kartei "Stillen in besonderen Situationen".

Nach der Geburt

Pumpen

Wenn notwendig: Abpumpen der Milch durch Doppelabpump-Set. Es geht schneller, und die Milchbildung wird besser angeregt.

Stillen

  • Beide Säuglinge so oft wie möglich stillen. Wenn die Säuglinge abwechselnd gestillt und mit der Flasche gefüttert werden, besteht die Gefahr einer Saugverwirrung.
  • Die Mutter sollte damit rechnen, dass die Babys anfangs öfter angelegt werden möchten als Einzelkinder, da sie nur eine Brust zu Verfügung haben. Beide Kinder werden in der Neugeborenenzeit, viele auch darüber hinaus, jeweils 8-10 x/Tag gestillt.
  • Die Mutter stillt dadurch sehr oft. Wenn sich eines der Kinder zu selten meldet, kann es sein, dass die Mutter das nicht gleich bemerkt. Deshalb sollte sie die Kinder regelmäßig wiegen.
  • In den ersten Tagen braucht die Mutter Hilfe in der Nähe (Kinderkrankenschwester, Hebamme, erfahrene Zwillingsmutter). Sie kann der Mutter beim Hochnehmen oder erneuten Anlegen der Babys helfen.
  • Wenn die Mutter nur teilweise stillt, ist es günstiger, möglichst beide Kinder anzulegen und beide zuzufüttern, als eines voll und das andere gar nicht zu stillen.

Gleichzeitig oder einzeln stillen?

  • Die Mutter kann die beiden Säuglinge einzeln stillen oder auch gleichzeitig anlegen (siehe unten: Stillpositionen). Bei vielen Müttern hat sich eine Kombination von gleichzeitig und einzeln Stillen bewährt.
  • Wenn ein Baby Schwierigkeiten hat (zu kleines Kind, Saugprobleme, zu schnelles Trinken), ist es manchmal besser, dieses Kind vorübergehend einzeln anzulegen.
  • Das kräftigere Kind kann durch sein Saugen den Milchspendereflex für das schwächere Baby auslösen.
  • Durch gleichzeitiges Stillen steigt der Prolaktinspiegel der Mutter höher an, und die Milchbildung wird verstärkt.

Stillpositionen beim gleichzeitigen Stillen

Mit verschiedenen Kissen oder einer zusammengerollten Decke zum Abstützen der Kinder hat die Mutter bei Bedarf Arme und Hände frei.

  1. beide Kinder in Fußball-Position.
  2. Parallel-Position/Y-Position: ein Kind liegt in Wiegenhaltung vor dem Bauch der Mutter, das andere in Fußballhaltung mit dem Kopf auf den Beinen oder dem Bauch des Geschwisters.
  3. Gleichzeitig stillen im Liegen: Die Mutter liegt auf der Seite, aber etwas nach hinten gelehnt, mit festen Kissen oder Decken im Rücken. Ein Kind liegt seitlich neben der Mutter auf dem Bett, das andere oben bäuchlings quer auf ihrer Seite, mit den Beinen auf den Kissen in ihrem Rücken. Diese Position ermöglicht der Mutter ausreichenden Schlaf!

Sonstiges

  • In den ersten Wochen sollte die Mutter sich soviel Ruhe wie nur möglich gönnen. Sie kann z.B. die Babys nachts mit in ihr Bett nehmen (eventuell Bett durch beigestelltes Kinderbett vergrößern). Sie braucht dann nicht ständig aufzustehen.
  • Sie kann, wenn sie nachts das eine Kind gestillt hat, versuchen, das andere gleich danach zu wecken und anzulegen, damit sie anschließend länger Ruhe hat. Manche Kinder trinken dann jedoch nicht richtig.
  • Richtige Ernährung der stillenden Mutter sorgt für ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Kalorien.
  • Hilfe für den Haushalt in Anspruch nehmen. Die Mutter kann sich dann nur um die Babys kümmern. Wenn die Babys ruhig sind, kann sie sich in den ersten Wochen Ruhe gönnen.
  • Vater miteinbeziehen.

 


Die Grundlagenmappe kann im AFS-Onlineshop bestellt werden.

Stillberatung

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Bei Fragen und Problemen rund ums Stillen:

0228 / 92 95 9999*

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