Unterstützung der stillenden Mutter durch die Entbindungsklinik

Der hohe Wert des Stillens für die Gesundheit von Kind und Mutter wird in aktuellen wissenschaftlichen Studien weltweit bestätigt. Dennoch ist erst Ende des letzten Jahrhunderts der Trend, immer weniger zu stillen, etwas rückläufig. Die Stillkultur, die in den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts praktisch völlig zum Erliegen kam, muss gefördert werden.

WHO und UNICEF haben 1991 die Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus (BFHI)“ gegründet, die Krankenhäuser in der Stillförderung unterstützt, um das Vollstillen in den ersten sechs Lebensmonaten zu ermöglichen. Mit dem Programm „Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen“ werden in den Entbindungskliniken Motivation und Kompetenz des Personals hinsichtlich des Stillens gesteigert sowie die Mütter zum Stillen motiviert und unterstützt. So beeinflusst das Programm Stillbeginn und -dauer positiv.

Die Einführung am Vivantes Humboldt Klinikum in Berlin-Reinickendorf führte zu einer Veränderung der Arbeitsprozesse und einer höheren Arbeitszufriedenheit des Personals. Auch die Zufriedenheit der Eltern wuchs. Außerdem konnten die Stillquote nach Entlassung deutlich gesteigert werden. Eine externe Zertifizierung zum „Stillfreundlichen Krankenhaus (BFHI)“ bietet darüber hinaus eine Qualitätskontrolle der Umsetzung des Zehn-Schritte-Programms. Das Erreichen vorgegebener Projektziele erhöht zusätzlich die Identifikation der Mitarbeiter mit der Entbindungseinrichtung. Kompetente und kundenorientierte Stillförderung wirkt sich auf das öffentliche Ansehen positiv aus und führt damit zu einer guten Auslastung der Klinik.

Die Frage nach dem praktischen Nutzen der Zertifizierung zum Stillfreundlichen Krankenhaus können wir deshalb im Detail wie folgt beantworten:

Nutzen für die Kinder:
Die Betreuung von Mutter und Kind in Stillfreundlichen Krankenhäusern schafft eine gute Voraussetzung für eine entspannte und lange Stillbeziehung. Stillprobleme können durch eine kompetente Beratung von vornherein vermieden werden. In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass die Stilldauer von mindestens einem halben Jahr eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen der Kinder ist.

Nutzen für die Eltern:
Die WHO/UNICEF-Plakette ist eine wichtige Orientierungshilfe bei der Auswahl der geeigneten Geburtsklinik. Mütter können in zertifizierten Einrichtungen auf eine effiziente Betreuung mit hoher Kompetenz und eine intensive Anleitung für das Stillen zählen. Unsicherheiten in der Betreuung werden durch einheitliche, standardisierte Richtlinien für das Personal und dementsprechend einheitlichere Informationen an die Mütter vermieden.

Nutzen für die Mitarbeiter:
Die Fachkompetenz des Personals wird durch die Fortbildungen zu den „Zehn Schritten zum erfolgreichen Stillen“ gesteigert. Ein einheitliches Vorgehen in Diagnostik und Therapie erleichtert die fachliche und kollegiale Einarbeitung der neuen Mitarbeiter. Durch die Beteiligung der Mitarbeiter am gesamten Konzept erhöht sich deren Motivation, Engagement und Zufriedenheit. Es entwickelt sich eine Corporate Identity, ein „Wir-Gefühl“ innerhalb der Abteilung und zwischen anderen zertifizierten Häusern. Außerdem wird dieser hohe Standard durch Nachbegutachtungen garantiert.

Nutzen für das Krankenhaus:
Motivierte Mitarbeiter haben eine niedrigere Ausfallquote. Kooperatives Personal ist eher dazu bereit, neue Tätigkeitsmerkmale an seinem Arbeitsplatz zu akzeptieren. Eine effektive Medizin trägt zur Kosteneinsparung bei, sie führt zu zufriedenen Patientinnen, zu guter Bettenauslastung und zu einem guten Ruf. Die Plakette von WHO und UNICEF erleichtert zudem die Öffentlichkeitsarbeit der Klinik.zu akzeptieren. Eine effektive Medizin trägt zur Kosteneinsparung bei, sie führt zu zufriedenen Patientinnen, zu guter Bettenauslastung und zu einem guten Ruf. Die Plakette von WHO und UNICEF erleichtert zudem die Öffentlichkeitsarbeit der Klinik.


Kontakt:
Dr. Michael Abou-Dakn
Vivantes Humboldt Klinikum
Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin
Am Nordgraben 2
13509 Berlin
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Dr. Michael Abou-Dakn, Berlin
Leitender Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Vivantes Humboldt Klinikum Berlin,
Vorstand „Verein zur Unterstützung der WHO/UNICEF-Initiative Stillfreundliches Krankenhaus (BFHI)“ e.V.

16. AFS-Stillkongress 2003
Fachforum Teil 1
Unterstützung der stillenden Mutter durch die Entbindungsklinik

 

aus: Stillzeit. Die Fachzeitschrift der AFS. 5/2003, S. 5

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